Alle haben Angst, ein „ja“ zur Existenzangst?


Glaubt man den Medien ist es dahin – unser geschätztes Wirtschaftswachstum mit angestrebter Vollbeschäftigung.

Die pandemischen Nachwirkungen, die ausgebremste Globalisierung, die unterbrochenen Lieferketten, die zweifelhafte Energieversorgung mit explodierenden Energiekosten und die darin begründete, höchste Inflation in der Geschichte der Währungsunion sowie die politischen Konflikte und die Angst vor einer Rezession verunsichern Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen – nachhaltig.

➶ Verunsicherung die Wurzel allen Übels?

Der Wandel der Rahmenbedingungen unserer Zeit ist unbestritten exponentiell und es gibt so viele Fragen und zu jeder einzelnen gibt es unzählige Antworten, es gibt kein Richtig und kein Falsch. Was bleibt, ist die Ungewissheit und diese kann zur Existenzangst führen.

Wir von SOLSUC sagen NEIN zur Existenzangst. Ich bin der Überzeugung, dass die Unsicherheit bei so großer Ungewissheit ein immenses Problem darstellt. Die Unsicherheit lähmt notwendige Entscheidungen, strategische Investitionen in die Zukunft und verhindert den Fortschritt nachhaltig. Welches Verhalten ist richtig?

➶ Was lehrt uns die Vergangenheit?

„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern diejenige, die sich am besten an den Wandel anpassen kann“, das wusste schon Charles Darwin vor 200 Jahren.

Es geht um Agilität und auf unsere Wirtschaft übersetzt bedeutet dies, jene werden gewinnen, deren Organisation besonders flexibel ist und die ihre Agilität ganzheitlich leben. Jene Unternehmen, die ihren Service oder ihre Produkte flexibel am Bedarf zentrieren und damit echten Mehrwert schaffen. Jene Unternehmen die der Ungewissheit mit kurzen Lernzyklen und stetiger Optimierung begegnen.

➶ Was brauchen wir dafür?

1. Eine klare Vision

2. Maximale Transparenz

3. Testgetriebene Service- oder Produktentwicklung

4. Ganzheitlich gelebte Agilität – agiles Mindset

Kurz: eine agile Transformation des Unternehmens.
Mehr Infos dazu hier: https://lnkd.in/eWFG-BJh

#Tag 31: Gipfelstürmer

James und ich starten den Tag gemeinsam und bekommen Gesellschaft von Veronika. Sie ist eine nette, zerstreute und vor allem gesprächige Dame. Damit ist für ausreichend Unterhaltung gesorgt.

Wir beginnen die zweitschwierigste Etappe auf dem „Camino Francés“. Die letzten 6 der insgesamt 18 Kilometer bringen 630 Höhenmeter mit sich – über Stock und Stein. Ich liebe diesen Weg durch die Natur und erfreue mich über die endlose Weitsicht – ein Traum!

Zur Steigerung der Gelingsicherheit, habe ich an die Worte von Hugo gedacht: „mach regelmäßig und vor allem viele Pausen“ sagte er. Gesagt getan und so war der Weg ohne Probleme zu bewältigen.

Zeitweise laufen wir alleine und tauschen Lebenserfahrungen aus. So sprechen wir z.B. darüber, dass viele Menschen ihr Leben nicht wirklich nutzen – nicht Leben – und sich eben dieses für die Rente aufsparen.

Mann erkennt sie daran, dass sie gerne von ihrer Jugend erzählen „wo sie einst frei und wild waren und Abenteuer erlebten“. Warum endet dieses Leben mit der Jugend?

Wir können jeden Tag für uns selbst neu entscheiden, ein erlebnisreiches Leben wählen und müssen dies nicht bis zur Rente aufbewahren. Das Leben ist zu kurz um es nicht zu Leben!
Ich muss wohl nicht mehr frieren: James hat am Wegesrand Handschuhe für mich gefunden

Wir sprechen auch über Führungsstile und jene Menschen, die mit Macht regieren und stets bemüht sind, diese zu erhalten. James hat früher in Nationalparks Projekte geleitet und stets in der geplanten Zeit realisiert. Authoritäre Führungskräfte haben seine Kompetenz stets gefürchtet und aktiv untergraben.

Später ist er in den Staatsdienst in die Erforschung der Nationalparks gewechselt. Dort musste kein wesentliches Arbeitsergebis abgeliefert werden – alles und jeder hatte unbegrenzt Zeit – und das war frustrierend und passte nicht in sein wertstiftendes Weltbild

Nun zurück auf den Camino. Nach den ersten 3 anstrengenden Kilometern des Gipfelsturmes trifft man auf ein kleines Dorf mit einer nagelneuen, wunderschönen Herberge mit Restaurant. Ich nutze die Chance und unterhalte mich mit dem Besitzer der Herberge – ein ehemaliger Fotograf aus Madrid.

Letztes Jahr hat er seinen Camino beendet und wollte sein Leben verändern. Jetzt hat er eine Herberge, hilft den Wanderern wenn möglich und steht stets mit Rat und Tat beiseite. Die Häuser in Spanien kosten schätzungsweise zwischen 10.000 bis 50.000 Euro – zuzüglich der Restauration – die ein vielfaches verschlingt.

Ob er Anschluss in Dorf finden konnte? Nun in seinem Dorf hat im Winter alles geschlossen und so ist es sein Vorteil, dass er als einzig geöffnete Herberge alle Besucher aufnehmen und im Restaurant bedienen kann.

Ich treffe bei meiner nächsten Rast eine 72 jährige Dame die ihren Gepäckwagen hinter sich herzieht. Sie erzählt mir, dass sie im Dezember letzten Jahres in Österreich (Wien) gestartet ist und bislang 2.500 Kilometer gewandert ist. Stolze 105 Tage ist sie nun auf den Beinen.

Sie war einst Fernfahrerin und hatte den „Camino Portugues“ ihren beiden Enkeln zum 12- Jährigen Geburtstag geschenkt und sie auf dem Weg in alle Entscheidungen eingebunden – ist das nicht schön? Dann berichtet sie, von deren Ankunft in „Santiago de Compostela“ und sie meint, es sei etwas unbeschreibliches – man sitzt vor der Kathedrale auf einem Stein und betrachtet sie Stundenlang. Das Gefühl am Ziel angekommen zu sein ist unbeschreiblich.

Ich frage sie nach ihren größten Herausforderungen und sie berichtet gerne. Das schwierigste waren ihre Passagen im Winter durch Gebiete ohne Restaurants und Herbergen – sie konnte keine Rast machen, da es keine warmen Räume gab. So musste sie 30 Kilometer ohne Rast laufen. Sie plant ihre Tage inzwischen nicht mehr, weil jegliche Planung von der Realität überholt wird. Planung ist obsolet – d.h. auch hier findet sich die Agilität wieder. Mein tiefster Respekt dieser netten Dame!

Nach drei Pausen bin ich am Gipfel angekommen. Ich kann es nicht in Worte fassen, dieses unbeschreibliche Gefühl nach 31 Tagen Wanderung, mit inzwischen ca. 640 km Strecke, heute die zweitschwierigste Passage erfolgreich gemeistert zu haben.

Gestern Abend noch, habe ich beim Anblick meiner Blasen über eine Zwangspause nachgedacht und heute lief es wie am Schnürchen. Weder die offenen noch die prall gefüllten Blasen haben mich belästigt. Ich glaube, es ist alles reine Kopfsache und die ist leider schwer steuerbar.

Endlich in Galizia angekommen – köstliche Speisen und besonders leckerer Oktopus sind hier vorgegeben

Ist es nicht ein kleines Wunder, was der Körper zu leisten und der Geist für Potentiale freizusetzen vermag? Diese letzte körperliche Herausforderung vor „Santiago de Compostela“ geschafft zu haben, stählt mich für meine Zukunft und ich weiß, dass ich alles schaffen kann – wenn ich es nur will.

Man benötigt nur drei Dinge im Leben - „wollen“ und „machen“ und „auf sich achten“. Der Fortschritt ist der Freund des Glücks!

#Tag 7: Der Lauf des Pinguins

Bei der morgendlichen Dusche haben mir meine prallen Freunde (die Wasserblasen an den Füßen) einen üblen Streich gespielt. Der Kollege am Fersen wollte sein ca. 2,5 cm langes Dasein nicht mehr länger ertragen und hat sich über Nacht verschlankt. Der Prozess sah nicht so aus, als ob es idealtypisch wäre und daher muss ich morgen – am Sonntag – einen Arzt konsultieren.

Am anderen Fuß hat sich der Freund Verstärkung geholt und jetzt leben sie im Nachbarschaftsstreit und wollen sich gegenseitig überbieten. Das kennt man schon mal – zumindest wenn man in Deutschland lebt.

Nach dem ersten Schreck wollten alle Freunde mit einer extra Schicht „Blasenpflaster“ versiegelt werden. Und das kostet wertvolle Zeit und dafür hatte man in unserer Herberge – im „Casa de la Abuela“ in „Los Arcos“ leider kein Vertändnis und so sind wie nach einer sehr unfreundlichen Verabschiedung aus der Herberge – ohne Frühstück – aufgebrochen.

Wenige Meter nach der Herberge gab es für uns in einer Kneipe leckeres Frühstück – einem Brötchen mit Schinken mit Ei – mit einem „un café negro grande“. Was will man mehr!

Und danach ging es los – auf den Weg der Pinguine. 75% unserer Gruppe haben inzwischen Blasen an den Füßen. Ich gebe mein Bestes, komme aber nicht über den Stil eines Pinguins hinaus. So watschle ich meine 19,07 km von 28 km Strecke vor mich hin und sorge damit zumindest für eine gemütliche Reisegeschwindigkeit unserer Gruppe. Die letzten Kilometer gebe ich auf und fahre mit dem Taxi zur Herberge in Logroño.

Der Rest unserer Gruppe ist erst gegen 20:00 Uhr an der Herberge „Albergue Albas“ angekommen und meine Mitstreiter konnten eine Steigerung der Fußprobleme verzeichnen. Wir sind dann alle – und es ist wirklich nicht übertrieben – wie die Pinguine zum nächsten Lokal gewatschelt und haben tränen über uns selbst gelacht. Was war das schön!

Lauf der Pinguine

Und nun? Ich werde mindestens einen Tag Pause einlegen, vielleicht auch zwei und treffe morgen Abend unseren Freund aus Texas während sich der Rest der Familie leider aufgelöst haben wird. Damit schließt sich der Kreis und ein neuer beginnt.

#Tag 5: out of order

Meine Blasen fühlen sich bei mir sichtlich wohl. Sie sind bestens genährt und sie stehen im Saft wie eine frisch gefüllte Maultasche in ihrer Suppe. So verzieren sie nun fast meine gesamten Füße. Auch schön, hat man ja nicht alle Tage.

Nach unserem leckeren Abendessen – Pferde-Burger mit Wein – habe ich mich gestern Abend an den Tipp des Apothekers gemacht und das Werkzeug zur Öffnung angesetzt. Soweit erfolgreich, bis ich mich an die Ballen machte. Die Blasen an den Ballen haben sich strategisch perfekt platziert und sitzen so tief versteckt in ihrer Festung, dass sie nach meiner Arbeit lediglich durch kleine, oberflächliche Schnitte verziert scheinen.

Anders formuliert, habe ich jetzt nicht nur Blasen die auf den steinigen Wegen, die wie Wackelpudding glibbern. Sondern auch noch offene Stellen, die sich gerne hinzuschalten und mich darauf aufmerksam machen, dass meine Füße eine Pause wünschen.

Heute Morgen habe ich eine Diclofenac zur Verteidigung eingesetzt und wir sind los gewandert. Ziel waren 21,9 km und natürlich machten sich meine neuen Freunde alsbald möglich bemerkbar. Als Verstärkung haben sie meinen Rückenmuskeln hinzugeschaltet und sie alle zusammen konnten mir erfolgreich den Spaß nehmen.

So wanderte ich mit wirklich schlechter Laune vor mich hin und nach nur 5 km mussten wir eine Pause machen. Wie fanden eine geöffnete Bar gefüllt mit einheimischen Männern die alle Wein tranken und haben einen Eier-Kartoffelauflauf gegessen. Wer mich kennt weiß, das Nudeln besser gewesen wären. Aber es hat dennoch außergewöhnlich gut geschmeckt.

Jessica und Sillian sind nach dem Essen verschwunden und kamen mit einer Aufheiterung in Form von zwei leckeren – von mir geliebten – Monster-Energy-Dosen zurück – ist das nicht wundervoll ❤️❤️❤️? Ich habe mich wie ein kleines Kind gefreut!

Damit konnte es weitergehen.

Die Füße und der Rücken waren zunächst freundlich gestimmt. Das Pferd vom Vortag in meinem Magen hat aber am Ende auch nicht geholfen – der Körper siegt – und nach etwas mehr als die Hälfte der Strecke meiner Wanderung musste ich das Handtuch werfen. Ich bin in ein Taxi gestiegen und in die Herberge gefahren.

Ich habe in der Herberge mit vielen Leuten über deren Erfahrung gesprochen. Manche von ihnen empfehlen sie zu Bandagieren und zu ignorieren, andere sagen man solle eine Woche Auszeit nehmen.

Wie es weiter geht? Keine Ahnung. Vielleicht suche ich einen Arzt auf, vielleicht laufe ich langsamer weiter, vielleicht muss ich mich von unserer Gemeinschaft trennen … das wäre sehr schade.

Resumé der Vorbereitung: weniger ist mehr!

Noch 4 Tage bis zur Abreise und ein Resumé ist angebracht: Ich habe meine erfolgskritische Hüfte durch Gewichtsabnahme (8kg) in den letzten 4 Wochen (gesunde Ernährung), 6x Physiotherapie und laufenden Dehnübungen gestützt, Rückenschmerzen mit Gewichtsreduktion bekämpft und aktive Gewichtsverlagerung durch Wanderstöcke und (Dehn-)Pausen erlernt …

Heute ist es gekommen – das letzte Wandertraining mit nur 16km – das Ergebnis: das Handgelenk schmerzt nahezu unerträglich. Das ernüchternde Ergebnis der Untersuchung beim Arzt: Sehnenscheidenentzündung – vermutlich durch das Wanderstocktraining – 14 Tage Verzug.

Was habe ich bislang gelernt?

1.Weniger ist mehr: weniger Luxus ist weniger Gewicht auf den Rücken und auf den Rippen. Weniger Training und weniger Verlagerung der Problemzonen führt zu weniger Nebenwirkungen.

2. Gesundheit ist ein kostbares Gut: sie will aufmerksam behütet werden, ein ganzes Leben lang und nicht erst wenige Wochen vor dem Start.

3.Pausen zur Reflektion: sie dienen dazu auf Signale zu achten, zum Feinjustieren der Maßnahmen und der Strategie.

NACHTRAG vom 03.03.: 4. Der Wille versetzt Berge – die Selbstheilung des Körpers ist phänomenal und manchmal geht es schneller als man denkt! Der 05.03. bleibt gesetzt – auch wenn es nicht einfacher wird mit leichten Blessuren des Trainings zu starten.