#Tag 7: Der Lauf des Pinguins

Bei der morgendlichen Dusche haben mir meine prallen Freunde (die Wasserblasen an den Füßen) einen üblen Streich gespielt. Der Kollege am Fersen wollte sein ca. 2,5 cm langes Dasein nicht mehr länger ertragen und hat sich über Nacht verschlankt. Der Prozess sah nicht so aus, als ob es idealtypisch wäre und daher muss ich morgen – am Sonntag – einen Arzt konsultieren.

Am anderen Fuß hat sich der Freund Verstärkung geholt und jetzt leben sie im Nachbarschaftsstreit und wollen sich gegenseitig überbieten. Das kennt man schon mal – zumindest wenn man in Deutschland lebt.

Nach dem ersten Schreck wollten alle Freunde mit einer extra Schicht „Blasenpflaster“ versiegelt werden. Und das kostet wertvolle Zeit und dafür hatte man in unserer Herberge – im „Casa de la Abuela“ in „Los Arcos“ leider kein Vertändnis und so sind wie nach einer sehr unfreundlichen Verabschiedung aus der Herberge – ohne Frühstück – aufgebrochen.

Wenige Meter nach der Herberge gab es für uns in einer Kneipe leckeres Frühstück – einem Brötchen mit Schinken mit Ei – mit einem „un café negro grande“. Was will man mehr!

Und danach ging es los – auf den Weg der Pinguine. 75% unserer Gruppe haben inzwischen Blasen an den Füßen. Ich gebe mein Bestes, komme aber nicht über den Stil eines Pinguins hinaus. So watschle ich meine 19,07 km von 28 km Strecke vor mich hin und sorge damit zumindest für eine gemütliche Reisegeschwindigkeit unserer Gruppe. Die letzten Kilometer gebe ich auf und fahre mit dem Taxi zur Herberge in Logroño.

Der Rest unserer Gruppe ist erst gegen 20:00 Uhr an der Herberge „Albergue Albas“ angekommen und meine Mitstreiter konnten eine Steigerung der Fußprobleme verzeichnen. Wir sind dann alle – und es ist wirklich nicht übertrieben – wie die Pinguine zum nächsten Lokal gewatschelt und haben tränen über uns selbst gelacht. Was war das schön!

Lauf der Pinguine

Und nun? Ich werde mindestens einen Tag Pause einlegen, vielleicht auch zwei und treffe morgen Abend unseren Freund aus Texas während sich der Rest der Familie leider aufgelöst haben wird. Damit schließt sich der Kreis und ein neuer beginnt.

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