Der deutsche Einzelhandel ist tot!

Deutscher Einzelhandel ist tot?!

Die kölschen Jungs von „Digitas Pixelpark Germany“ haben 2022 zusammen mit dem „ECC Cologne“ eine 360-Grad-Studie über deutschen Retail erhoben. 58% der Unternehmer bestätigen dort, dass das (digitale) Endkundengeschäft den Einzelhandel nachhaltig verändert und klassische Handelsstufen wegbrechen.

Retail Flop – Kanalwechsel Top?

Bemerkenswert ist, das 49% der Befragten sowie 66% der Generation-Z angaben, in den letzten sechs Monaten direkt vom Hersteller gekauft zu haben. Wirklich? Im Grunde egal. Geht man davon aus, dass sich der Trend nicht umkehrt, werden die noch jüngeren Generationen die traditionellen Vertriebswege gänzlich überspringen. Das bedeutet, dass Retail in der bisherigen Form aussterben wird. Das klingt dramatisch, ist aber in unserer komplexen Welt nachvollziehbar!

Warum Kunden direkt beim Hersteller-Brand kaufen?
- 25% Vollsortiment der Marke (Sortimentskontrolle)
- 23% Spezielle Online-Angebote der Marke
- 22% Nachhaltigkeit
- 20% Markenloyalität
- 20% Produktverfügbarkeit
- 13% Unterstützung der Marke
… bis hin zur Fälschungssicherheit oder speziellen Customer-Services.

Gelingt es dem Hersteller, den Besucher bei der Recherche nach Informationen/Inspiration auf den eigenen Onlineshop zu lotsen, sieht die Welt auf den ersten Blick rosig aus. Laut der Studie der Kölner kauft der Besucher mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80% beim ersten Online-Anlaufpunkt. Addiert man das ermittelte 40%ige Upsellingpotential hinzu, steigt die Attraktivität des Onlinevertriebes zusätzlich. Zudem bringt der Direktvertrieb erhebliche Markteinblicke und ein bis dato für Hersteller nie da gewesenes Kundenverständnis, von dem das gesamte Unternehmen profitiert.

Direktvertrieb der Hersteller – das hört sich toll an, oder?

Nun, der Kanalwechsel birgt nach meiner Erfahrung viele Voraussetzungen, die im Vorfeld dringlich geklärt werden wollen.

I. Kundenzentrierte Strategie
Die digitale Verkaufsfläche schreit nach Differenzierung und echtem Mehrwert für die Zielgruppe. Diese Strategie sollte am Bedarf des Kunden stetig datenbasiert weiterentwickelt werden.
II. Wettbewerbsverständnis
Eine gelebte Wettbewerbsfähigkeit (Erfolgsblocker: UVP-Treue) ist sicherlich die zweitgrößte Veränderung beim Wechsel zu digitalen Geschäftsmodellen und will eine Kannibalisierung der Kanäle eingeplant wissen. Auch hier gilt es, eine ganze Reihe von rechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
III. Sortimentsmanagement
Es bedarf eines völlig neuen Sortimentsmanagements für Hersteller. Sie müssen sich der Herausforderung stellen, dass sie einen unterschätzten Bedarf nicht mal eben durch Einkäufe beim Lieferanten decken können - sie sind Hersteller. Daher brauchen die Produzenten ein Categorymanagement welches die Kategorien am Kunden ausgestaltet und übergreifenden Mehrwert für die eigene Produktentwicklung bringt.
IV. Flexible Organisation
Zudem brauchen Hersteller maximale Flexibilität und b2c-Prozesse, Stichwort „Digitalisierung“. Prozessabläufe, die bislang Monate oder Jahre dauerten und sich über viele Jahre bewährt haben, entfallen und werden durch Echtzeit-Prozesse ersetzt. Aber was bringt es, wenn digitale Prozesse durch ergänzende Unternehmensprozesse zum Erliegen kommen?
V. Agile Unternehmenskultur
Auch Publicis Pixelpark bestätigt, dass die größte Herausforderung in der Unternehmenskultur liegt. Digitale Geschäftsmodelle unterliegen schnellem Wechsel, brauchen schnelle Entscheidungen und sind vor allem unendlich komplex. Diese neue Komplexität kann man nur durch agile Arbeitsmethoden erfolgreich managen.

Genau an dieser komplexen Gemengelage wird der USP von SOLSUC UG geboren. Die Erfahrung in der ganzheitlichen Umstellung zu agilen Geschäftsmodellen bis hin zur agilen Transformation.

Wenn du mehr darüber wissen willst, freuen wir uns auf ein unverbindliches Erstgespräch.

SOLSUC als Masterclass auf der „K5 – Future Retail Stage“

Heute hatte ich die Ehre, als einer von drei Speakern zusammen mit der KPS auf einer Masterclass-Bühne auf DER großen „K5 – Future Retail Stage“ zu stehen. Die K5 ist eine hochkarätige Digital- und eCommerce-Messe in Deutschland auf der ausgewählte und häufig führende eCommerce-Experten inspirierende Vorträge zum Thema halten.

Andreas Frary, Michael Urban, Steve Leichsenring auf der K5 zum Thema Marktplatz – geführt durch eine gekonnte Moderation von Stefan Metzger.

Besonders freue ich mich über meine innere Ruhe beim Vortrag. Dank dem Jakobsweg weiß ich, dass ich meinem Leben vertrauen kann und alles so kommt, wie es kommen muss. Vielleicht ist der Tipp eines guten Freundes doch nicht so weit von der Realität entfernt, der kürzlich zu mir meinte, ich solle bezahlte „Impulsvorträge“ als „Thought-Leader“ halten … hmmm.

Wo wir gerade beim Thema sind – ich hatte heute das erste Mal nach dem Jakobsweg einen Anzug an und natürlich rutscht er ohne Gürtel ungebremst zu Boden. Dumm nur, wenn man dafür vorgesorgt jedoch den falschen Gürtel eingepackt hat und die Löcher ausschließlich zur alten Taille passen. Wie behilft man sich 15 Minuten vor dem Vortrag? Ganz klar, die Not macht erfinderisch und die Hose wird mit einem Halsband von der Messe dürftig zusammengezimmert. Halbwegs stabil, aber dank ungleichem Faltenwurf sehr unschön, geht es dann zum Empfang um zusätzliche Löcher mit einer Schere hinein zu zimmern. Am Ende kam dann doch der Anzug in den Schrank – in Jeans, SOLSUC-T-Shirt und meinen Schuhen vom Jakobsweg lebt es sich doch authentischer und so konnte ich unseren Beitrag entspannt begleiten.

Die K5 selbst war ein voller Erfolg! Sehr viele inspirierende, wertvolle Beiträge und Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten die das digitale Business beflügeln. Bemerkenswert waren die Insights zum Thema Liveshopping/ SocialCommerce von Fabian Quwehand (HSE) und die Gespräche/Masterclass mit Tim Buchholz (ehem. OTTO) zur Transformation von Unternehmen.

Mit Tim hatte ich vor Corona meinen ersten Auftritt auf der K5 – lange her – und jetzt gründet er, zeitgleich zu mir ein Unternehmen zur Transformation. Auch er sieht seine Zukunft im Mehrwert, wie wir die Welt zu einem besseren Ort umgestalten können, um den Unternehmen durch eine zukunftsgerichtete Organisation neue Perspektiven und Chancen zu geben. Das haben mir im übrigen auch sehr viele zahlreiche Gespräche auf der Messe in den Networking-Areas bestätigt, sie alle waren von meinem Vorhaben wirklich begeistert.

SOLSUC wird großartig!

Spryker Exite 2022

Das erste Mal nach meinem Jakobsweg sollte es in einem Berliner Club auf die Bühne gehen. Ich wurde von Spryker und KPS zu einem Marktplatz-Pre-Event in Berlin eingeladen. Es geht darum als Speaker meine Erfahrungen beim Aufbau eines Marktplatzes mit Experten der Branche zu teilen, damit Unternehmen im Publikum davon profitieren und daraus lernen.

Aber es sollte anders kommen. Der Talk zum Thema Marktplatz war relativ kurz, fast ein Drittel der Sprecher war dank der OMR an Corona erkrankt und somit blieb mir ausreichend Zeit für sehr interessante Gespräche mit sehr interessanten Menschen.

Das Ergebnis – spannende, potentielle Kooperationen, mögliches Projektgeschäft und die bestätigte Erkenntnis, dass das Thema „Agile Transformation“ für alle Onlineshops relevant ist. Auch in dem Vorträgen zeigt sich die Notwendigkeit einer flexiblen, testgetriebenen und offenen Unternehmenskultur. Schließlich wird über eine agile Organisation echter Mehrwert durch die endverbraucherzentrierte Arbeitsweise generiert. Agilität schafft echte Innovation – wenn sie wirklich gelebt wird.

Was ich auch verstanden habe ist, dass erste Schritt wohl überlegt sein will – man wähle die Platzierung seiner Ressource weise – Kooperation/ Projektgeschäft gegenüber der Agilen Transformation?

Spryker schreibt über mich in der Ankündigung: „Michael Urban, ein Visionär für digitale Geschäftslösungen, wird durch seine echte Führungsstärke und einzigartige Persönlichkeit nachhaltige Leidenschaft weit über die Grenzen unserer Veranstaltung hinaus tragen.“

Nett oder? Ich bin ein Visionär, habe mit meiner Leidenschaft stets meine Teams begeistert und meine eckige, direkte und stets lösungsorientierte Persönlichkeit ist kein Standard. Damit kann ich leben!

Die Spryker-Exite selbst war mit vielen interessanten Vorträgen gespickt. Ein Unternehmen das ich wegen Infrastruktur beraten hatte, müsste dringend die Agile Transformation einleiten um die Kanalkonflikte zu lösen. Wir dürfen gespannt sein!

Besonders Interessant war das Interview mit Alexander Graf und Boris Lokschin mit dem ehemaligen CEO von „The Walt Disney Company“ namens „Bob Iger“. Eine sehr inspirierende, visionäre Persönlichkeit, die die Verantwortung gelebt und einer großen Vision gefolgt ist. Er hat durch seine unerschrockene Art einst Steve Jobs davon überzeugt „Pixar“ zu verkaufen und hat damit das Unternehmen in die Digitalisierung getrieben. Heute hat Walt Disney ein digitales Vertriebsmodell und profitiert von den zugekauften „Tinkerbell’s“, „Supermann-„, „Marvell-Charakteren“ und den „Findet Nemo‘s“ dieser Welt und erwirtschaftete 2021 stolze 67 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Bob Iger sagte „Wer an seinem Status Quo in einer sich verändernden Welt festhält, der fällt unweigerlich zurück. Der verliert so lange an Relevanz, bis er von anderen Businessmodellen disputiert wird.“

Bob Iger hat auch verstanden, dass eine der wichtigsten Fähigkeiten von Führungskräften die „Empathie“ ist. Empathie ist durch die Arbeit im Homeoffice noch relevanter geworden, da durch sie der Connect zwischen den Teams gehalten wird. Er betont auch, wie wichtig es ist den Menschen konstruktives Feedback zu geben, damit sie selbst wachsen können.

Expert Marketplace

Hype Marktplätze: Sind Marktplätze ein Garant für Wachstum? Für welche Unternehmen eignet sich dieses Geschäftsmodell und wie setzt man es auf?

Total lokal: heute seit Beginn der Pandemie das erste, lokale Experteninterview bei KPS in Dortmund. Fazit: die Präsenz bringt eine wertvolle, persönliche Note mit – zulasten der Effizienz!

Es war es eine tolle Erfahrung kontrovers mit Experten über das Thema „Marktplatz“ zu diskutieren und sich anschließend mit Ihnen über die Selbstständigkeit auszutauschen.

Ich hoffe, dass meine beruflich bedingte mehrjährige Erfahrung bei der Umsetzung eines Marktplatzes „from scratch“ vielen Unternehmen hilft, die für sie richtige strategische Entscheidung zu treffen. Bei Fragen rund um das Thema „Marktplatz“ gerne unverbindlich melden.